2.1.2. Grundlagen der Systeme NaWoh und BNK/BNG

Mit dem System Nachhaltiger Wohnungsbau (NaWoh) des gleichlautenden o.g. Vereins und dem Bewertungssystem Nachhaltiger Kleinwohnhausbau/ für Nachhaltige Gebäude (BNK|BNG) des Bau-Instituts für Ressourceneffizientes und Nachhaltiges Bauen (BiRN) wurde der öffentliche Systemstrang des BNB insofern weiterentwickelt, als damit Wohngebäude der Größenklassen Mehrfamilienhäuser ab sechs Wohneinheiten (NaWoh) sowie Ein- und Mehrfamilienhäuser bis 5 (BNK) und seit 2023 auch Mehrfamilienhäuser ab 6 Wohneinheiten (BNG) bewertet und zertifiziert werden sollen (Bild 10, 11). Im Prinzip wurden ähnliche Strukturen und Kriterien der Bewertung wie in DGNB und BNB verwendet (Bild 2, 3), jedoch speziell zusammengestellt für wohnungswirtschaftliche Randbedingungen – für das BNK|BNG wegen des (ursprünglichen) Systemeinsatzes für kleinere Gebäude/Bauvorhaben insbesondere auch bezüglich einer Aufwandsreduzierung durch angepasste Kriterienanzahl und Bewertungsdetails. Bei NaWoh ist ferner zu erwähnen, dass das System neben Bewertungskriterien ergänzend auch lediglich beschreibende Kriterien umfasst, sowie, dass weder ein Gesamterfüllungsgrad/-ergebnis ausgewiesen wird (Ziel ist der Nachweis der Einhaltung von (Mindest-)Anforderungen) noch Qualitäts-/Zertifikatsstufen vergeben werden.

Mit Blick auf die Bewertungstabellen und Gewichtungsmatrizen der o.g. Zertifizierungssysteme (mit Ausnahme NaWoh), d.h. letztlich die Gewichtungsfaktoren der einzelnen Kriterien, kann konstatiert werden, dass es trotz des ganzheitlichen Bewertungs- und -zertifizierungsansatzes einige wenige herausragend bedeutsame Kriterien gibt. Als eines davon kann mit zweistelligen Gesamtergebnisanteilen (DGNB: ca. 10 % | BNB: 12,5 % | BNK: ca. 15 %) sicherlich das Bewertungselement einer sogenannten Ökobilanz (eines Gebäudes über dessen Lebenszyklus) bezeichnet werden.

Bilder

Bild 10: Nachhaltigkeitsdefinition und Grundstruktur NaWoh [8]
Bild 11: Nachhaltigkeitsdefinition und Grundstruktur BNK/BNG [9]