5.2. Recarbonatisierung auf Bauteil- und Gebäudeebene

In den letzten Jahren wurden für bindemittel-gebundene Mauersteine im Allgemeinen [17] [18] und für Kalksandsteine im Speziellen [15] umfassende Untersuchungen zum Ablauf und Ausmaß der Recarbonatisierung durchgeführt. Deren Erkenntnisse und quantitativen Ergebnisse in Sachen dauerhafter Speicherung von CO2 sind mittlerweile auch im Rahmen der jüngsten Aktualisierung der EPD für KS-Mauerwerk berücksichtigt und in die Ökobilanz-Daten der Kalksandstein-EPD integriert worden. Insofern stehen damit insbesondere auch verifizierte Daten für eine vollständige, lebenszyklusorientierte Ökobilanzierung von Kalksandsteinen oder Gebäuden aus KS-Mauerwerk zur Verfügung. Bei einem konservativ angenommenen Recarbonatisierungsgrad von 95 % über die gesamte Nutzungsphase eines Kalksandsteins bzw. einer Konstruktion aus Kalksandstein gemäß [11] werden ca. 47,5 kg CO2-Äq. pro Tonne Kalksandstein bzw. ca. 85,5 kg CO2-Äq. pro Kubikmeter Kalksandstein aus der Luft aufgenommen und dauerhaft gespeichert (Bild 22).

Bauprodukte stiften ihren Nutzen erst, wenn daraus Bauteile und in Gesamtheit ein Gebäude entstanden sind. Insofern muss das Gebäude die eigentliche Betrachtungsperspektive für Fragestellungen zu Klimaschutz und Emissionsreduzierung sein. In jüngerer Vergangenheit ist eine große Vielfalt an Untersuchungen zur Öko- respektive CO2-Bilanz marktrelevanter Bauund Konstruktionsweisen entstanden [19] – als sehr aktuelles Beispiel kann aus diesem Kontext eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP benannt werden [20] [21].

In der Studie „Potenziale im Mauerwerksbau“ wurde u.a. für ein Typengebäude aus dem Segment Mehrfamilienhaus (MFH) eine lebenszyklusorientierte Ökobilanzierung der marktrelevanten Bau- und Konstruktionsweisen (Kalksandstein, Ziegel, Leicht- und Porenbeton sowie Stahlbeton, Holzmassivbau und Stahlbeton mit vorgehängten Holzrahmentafeln) über Betrachtungszeiträume von 50 und 80 Jahren generiert und im Zuge dessen vor allem auch die öko- bzw. CO2-bilanziellen Effekte der Recarbonatisierung abgebildet [20].

Typengebäude ermöglichen die Generierung repräsentativer und auf den gesamt-deutschen (Wohnungs-)Bau übertragbarer Ergebnisse in ökobilanziellen Analysen. Denn auch bei der Analyse und Bewertung einer Vielzahl einzelner (realer) Beispielgebäude wären die jeweils gebäudespezifischen Besonderheiten von derart großer Bedeutung, dass Ergebnisse nur in sehr weiten Spektren dargestellt bzw. lediglich tendenziell gewertet werden könnten. Das in [20] [21] verwendete MFH-Typengebäude der Arbeitsgemeinschaft für Zeitgemäßes Bauen e.V. [22] (Bild 23) stellt einen auf Grundlage von aktuellen Statistiken, Marktbeobachtungen und einer differenzierten Bautätigkeitserfassung bestimmten „Durchschnitt“ für den deutschen Wohnungsbau in der derzeitigen Baupraxis und erfüllt daher Anforderungen an Repräsentativität und Praxisrelevanz.

Bauprodukte stiften ihren Nutzen erst, wenn daraus Bauteile und in Gesamtheit ein Gebäude entstanden sind. Insofern muss das Gebäude die eigentliche Betrachtungsperspektive für Fragestellungen zu Klimaschutz und Emissionsreduzierung sein. In jüngerer Vergangenheit ist eine große Vielfalt an Untersuchungen zur Öko- respektive CO2-Bilanz marktrelevanter Bauund Konstruktionsweisen entstanden [19] – als sehr aktuelles Beispiel kann aus diesem Kontext eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP benannt werden [20] [21].

Bilder

Bild 22: Treibhausgasemissionen der Herstellung A1-A3 von Kalksandstein sowie der Nutzungsphase B1 kg CO2 Äquivalent in kg/t Kalksandstein
Bild 23: Ansichten MFH-Typengebäude gemäß [22]