Durch die natürliche Rohstoffbasis und Rezeptur aus Kalk,mineralischen Gesteinskörnungen (zumeist Quarzsande und/oder gebrochenes Natursteinmaterial) und Wasser ohne (chemische) Zusatzmittel entsteht bei der Herstellung von Kalksandsteinen ein sehr homogenes, monolithisches Produkt. Insofern liegt grundsätzlich eine sehr gute stoffliche Ausgangsbasis für ein Recycling und entsprechend geschlossene Stoffkreisläufe am Ende des Lebenszyklus von KS-Mauerwerk vor – im Übrigen ohne jedwedes Gefährdungspotenzial für die Umwelt.
Die Abfallfraktion Bauschutt, zu der am Ende des Lebenszyklus auch Mauerwerk im Allgemeinen bzw. Kalksandsteine im Speziellen zählen, repräsentiert mit ca. 55,2 Mio. Tonnen einen maßgeblichen Teil sowohl des mineralischen Bauabfallstroms als auch der gesamten nationalen Abfallbilanz (Bild 24). Dabei wird die Abfallfraktion Bauschutt nach Zahlen des 14. Monitoringberichts der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau (Zahlen/Statistik aus 2022) nahezu vollständig (ca. 97,4 %) stofflich verwertet bzw. zu fast 81,7 % einem Recycling zugeführt, d.h. einer stofflichen Verwertung zur Gewinnung marktfähiger Sekundärrohstoffe.
Speziell für das Recycling von Kalksandstein und KS-Mauerwerk wurden durch verschiedene Forschungsprojekte unterschiedlichste mögliche Verwertungswege und Recyclingpfade aufgezeigt – einen Überblick über Möglichkeiten der Kreislaufführung gibt Bild 25.
Kalksandstein-Recycling-Material wird in den Produktionsprozess von Kalksandstein zurückgeführt oder als Zuschlag bei der Herstellung von Beton verwendet – wobei der Anteil des rückführbaren Kalksandstein-Recycling-Materials entscheidend von dessen Sortenreinheitsgrads bestimmt wird.
Auch eine nennenswerte Verwendung von Kalksandstein-Recycling-Material im Erd-, Straßen- und Wegebau erscheint auf Basis der Forschungsergebnisse prinzipiell möglich.
Vielversprechende Ergebnisse zeigen auch Untersuchungen zum Einsatz von Recycling-Material im Vegetationsbau (für Dachbegrünungen, Baum- und Strauchpflanzungen), bei der vegetationstechnischen Bodenverbesserung (Einsatz wasserspeichernder poröser Gesteinskörnungen) und im Deponiebau, wo Kalksandstein-Granulaten als Träger für Mikroorganismen dienen, die das extrem klimaschädliche Methan abbauen können.