Fliesen können auf KS-Mauerwerk sowohl im Dünn- als auch im Dickbettverfahren verlegt werden. Sofern die Ebenheitstoleranzen des KS-Mauerwerks es zulassen, können die Fliesen direkt mit einem flexiblen Fliesenkleber verarbeitet werden.
Zementgebundene Mörtel für die Dünn- und Dickbettverlegung sowie Fliesenkleber werden im Allgemeinen aus vorgemischten Werk-Trockenmörteln hergestellt.
Die allgemeinen Anforderungen an den Untergrund nach DIN 18157:2017 [19] sind zu beachten. Insbesondere darf sich der Untergrund nach dem Anbringen der Fliesen nur noch begrenzt verformen. Spätere Schwind- und Kriechverformungen können zum Abscheren des Fliesenbelags führen. In der Regel ist eine Wartezeit zwischen Rohbaufertigstellung, Verputz und Fliesenarbeiten einzuhalten.
Grundsätzlich sind alle Flächen, auf denen eine direkte Feuchtebelastung zu erwarten ist, abzudichten. Besondere Sorgfalt erfordert die Abdichtung von Bewegungsfugen zwischen Wand und schwimmendem Estrich, da hier mit größeren Verformungen infolge der trocknungsbedingten Schwindvorgänge (z.B. Schüsseln) zu rechnen ist.
Dickbettverfahren nach DIN 18352 [23]Bei der Fliesenverlegung im Dickbettverfahren werden die Fliesen in ein 15 bis 20 mm dickes Mörtelbett gelegt. Dafür ist ein zementgebundener Mörtel einzusetzen. Der Mörtel muss gut am Putzgrund haften. Die Empfehlungen des Putzmörtelherstellers zur Verarbeitung und besonders zur Untergrundvorbehandlung sind zu beachten. Von der KS-Industrie wird der Auftrag eines deckenden Spritzbewurfs mit Zementmörtel CS IV nach DIN 18550 auf das KS-Mauerwerk empfohlen.
Dünnbettverfahren nach DIN 18157Bei der Fliesenverlegung im Dünnbettverfahren werden die Fliesen in ein dünnes, wenige Millimeter dickes Mörtelbett verlegt. Bei planebenem Mauerwerk aus KS-Plansteinen oder KS XL können die Fliesen im Dünnbettverfahren auch direkt auf das Mauerwerk geklebt werden.
Die DIN 18157 mit ihren drei Teilen [19] unterscheidet folgende Verfahren:
- Floating-Verfahren
Der Mörtel wird mittels Glättkelle auf die Verlegefläche aufgetragen und mit einem Kammspachtel abgekämmt. Auf der frischen Schicht werden die Fliesen oder Platten verlegt, bevor auf der Oberfläche des Mörtels Hautbildung eintritt. - Buttering-Verfahren Der Mörtel wird auf die Fliese oder Platten in der erforderlichen Dicke aufgebracht. Danach werden die Fliesen oder Platten verlegt, bevor auf der Oberfläche des Mörtels Hautbildung eintritt.
Beide Verfahren können auch kombiniert werden (Buttering-Floating-Verfahren), indem der Mörtel sowohl auf das KS-Mauerwerk als auch auf die Fliesenrückseite aufgetragen wird.