5.1. Beispielraum

Der Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes wird für ein Wohnzimmer eines Mehrfamilienwohnhauses aus Kalksandstein mit Flachdach in der Klimaregion B durchgeführt (Bild 5). Der Nachweis erfolgt sowohl mittels Sonneneintragskennwertverfahren als auch mittels thermischer Gebäudesimulation. Die Untersuchung mit dem Sonneneintragskennwertverfahren wird mit Hilfe des KS-Nachweisprogramms zum sommerlichen Wärmeschutz [9] durchgeführt.

Um den Einfluss der Bauart herauszustellen, wird, bei sonst identischen Parametern und $U$-Werten, der Raum für alle 3 Bauarten (schwer, mittel und leicht) betrachtet. Außerdem wird die Art der Nachtlüftung variiert (ohne und mit erhöhter Nachtlüftung mit $n = 2\,\mathrm{h^{-1}}$), um den Effekt der Nachtlüftung aufzuzeigen. Die Ergebnisse werden gegenübergestellt und bewertet.

Die angesetzten Randbedingungen und die Vorgehensweise sind exemplarisch unten aufgelistet (Tafel 6). Aus Gründen der Übersichtlichkeit wird nur die Variante mittlere Bauart mit erhöhter Nachtlüftung ausführlich dargestellt.

Zur besseren Vergleichbarkeit werden für den Variantenvergleich nur die Wand- und Deckenaufbauten variiert und es wird jeweils mit gleichen Innenraummaßen gerechnet.

Wirksame Wärmespeicherfähigkeit $C_{\mathrm{wirk}}$
Die Bauart kann pauschal anhand von Gebäudemerkmalen (siehe 4.6) oder rechnerisch anhand der wirksamen Wärmespeicherfähigkeit der Bauteile des Raumes eingestuft werden. Die rechnerische Ermittlung wird für die mittlere Bauart demonstriert, hier mit den Bauteilen:

  • schwere KS-Außenwände mit RDK 1,8
  • leichte Innenwände in Gipskartonständerbauweise
  • massive Betondecke nach unten
  • leichte Holzbalkendecke nach oben

Das Gebäude kombiniert die schweren Bauteile KS-Außenwand und Betondecke mit den leichten Bauteilen GKB-Innenwände und Holzbalkendecke, so dass sich insgesamt eine mittlere Bauart ergibt. Für alle raumbegrenzenden Bauteile zusammen beträgt die wirksame Wärmespeicherfähigkeit des Raums $90{,}7\,\mathrm{Wh/(m^2\cdot K)}$, was ziemlich genau dem Mittelwert der Spanne für die mittlere Bauart entspricht (Tafel 4).

Bilder/Tafeln

Bild 5: Beispielraum (Wohnraum) für den Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes
Tafel 6: Untersuchte Bauarten
Tafel 7: Beispiel für die rechnerische Ermittlung der wirksamen Wärmespeicherfähigkeit Cwirk des Raums