1. Allgemeines

Die Bedeutung nachträglicher Befestigungen in KS-Mauerwerk nimmt im Bauwesen stetig zu. Die Anwendungen beim Einsatz nachträglicher Befestigungen mit Kunststoffdübeln, Injektionsdübeln und inzwischen auch Schraubankern sind sehr vielfältig. Einrichtungsgegenstände, wie z.B. Hängeschränke, Regale, Spiegel, Bilder oder Ähnliches (Bild 1) werden im privaten Bereich in der Regel mit nicht zugelassenen Dübeln befestigt.

Typische sicherheitsrelevante Anwendungen hingegen sind Fassadenunterkonstruktionen, Vordächer, Markisen, Rohrleitungen oder anschließende Stahlkonstruktionen (siehe Bild 2), Rolltorführungen, Lüftungskanäle, Kabeltrassen oder abgehängte Decken.

Mauerwerk aus Kalksand-Vollsteinen ist für nachträgliche Befestigungen mit Dübeln in der Regel sehr gut geeignet, da die hohen Druckfestigkeiten der Mauerwerkssteine hohe Haltewerte garantieren. Zudem ist der Untergrund homogen und so auch gut für die Verwendung von Schraubankern geeignet. Schraubanker und Kunststoffdübel aus Polyamid können in KS-Vollsteinen unter Zug- und Querbelastung vergleichbare Tragfähigkeiten wie in Normalbeton erreichen.

In KS-Lochsteinen ist wegen der hohen Festigkeit der Steinstege ebenfalls mit ausreichend großen Traglasten zu rechnen. In diesen Fällen hängt die Tragfähigkeit jedoch wesentlich von der Anzahl der vom Dübel aktivierten Steinstege sowie der Dicke des Außensteges ab.

In den folgenden Abschnitten werden die für Befestigungen in Kalksandstein geeigneten Systeme beschrieben, ihre Anwendungsbedingungen zusammengestellt und das Wirkprinzip erklärt.

Bilder

Bild 1: Befestigung von Treppengeländern an KS-Mauerwerk
Bild 2: Innensichtmauerwerk aus Kalksandstein mit befestigten Installationsleitungen