2.2. Injektionsdübel

Injektionsdübel (Verbunddübel) für Mauerwerk bestehen aus einer Gewindestange oder einer Innengewindehülse und einem für Mauerwerk geeigneten Injektionsmörtel. Der Mörtel wird in Kartuschen geliefert. Diese bestehen in der Regel aus zwei Kammern, in denen jeweils der Mörtel und der Härter enthalten sind. Als Bindemittel kommen Kunstharze oder eine Mischung aus Kunstharz und Zement (Hybridsysteme) zur Anwendung.

Für KS-Lochsteine sind Kunststoff- oder Metallsiebhülsen notwendig, um die erforderliche Mörtelmenge zu begrenzen, so dass nicht der gesamte Hohlraum mit Mörtel gefüllt werden muss.

Bild 4 zeigt beispielhaft die Montage eines Injektionsdübels. Nach dem Bohren muss das Bohrloch unbedingt gemäß den Herstellerangaben gereinigt werden. In der Kartusche sind das Harz und der Härter stets in einem für die jeweilige Mörtelart speziellen Mengenverhältnis enthalten. Dieses Mischungsverhältnis darf in keinem Fall verändert werden.

Der Mörtel wird mit Hilfe eines Auspressgerätes in das Bohrloch injiziert. Während diesem Vorgang werden Harz und Härter ausgepresst und in einer Mischwendel (dem sogenannten Statikmischer), an der Spitze der Kartusche, vollständig miteinander vermischt. Die ersten Hübe beim Auspressen sind daher zu verwerfen, da das vorgegebene Mischungsverhältnis noch nicht eingehalten wird. Der Härter und das Harz vermischen sich in der Mischwendel und härten dort, z.B. während einer Arbeitspause, aus. Die Kartusche kann dann nach Aufsetzen einer neuen Mischwendel weiterverwendet werden, wobei die ersten Hübe beim Auspressen wieder zu verwerfen sind.

Nach dem Injizieren der erforderlichen Mörtelmenge wird die Gewindestange mit einer leichten Drehbewegung in das Bohrloch eingedrückt. Tritt am Bohrlochmund Mörtel aus, so wurde das Bohrloch ausreichend mit Mörtel verfüllt und die Montage korrekt ausgeführt. Die erforderliche Wartezeit bis zum Aufbringen der Last entspricht der angegebenen Aushärtezeit des Injektionsmörtels und ist von der Umgebungs- und Verankerungsgrundtemperatur abhängig. Je höher diese ist, desto kürzer ist in der Regel die Aushärte- und Verarbeitungszeit.

Um in Lochsteinen die Mörtelmenge zu begrenzen, müssen bei zugelassenen Systemen Siebhülsen verwendet werden. Beim Einpressen des Mörtels dringt dieser durch die Maschen der Siebhülse und bildet so im Hohlraum einen Formschluss aus. Die Siebhülse bildet mit dem Mörtel und der Ankerstange eine Einheit und darf nicht durch eine andere Siebhülse ausgetauscht werden, da die Maschengröße und Mörtelviskosität aufeinander abgestimmt sind. Dadurch wird die erforderliche Mörtelmenge auf ein Minimum begrenzt und dennoch eine hohe Tragfähigkeit gewährleistet (Bild 5).

Injektionsdübel werden oft in Vorsteckmontage verwendet. Hierbei werden zuerst die Dübel gesetzt und anschließend das Anbauteil, nach Ablauf der Aushärtezeit, befestigt (Bild 4). Bei größeren Anbauteilen mit mehreren Befestigungspunkten, wie z.B. Holzbalken kann dies aufgrund unvermeidlicher Toleranzen problematisch werden. Hier muss dann der Dübel in Durchsteckmontage oder mittels einer Setzschablone montiert werden.

Zugelassene Injektionsdübel, die in Durchsteckmontage verwendet werden können, sind speziell für diese Montageart entwickelt und hinsichtlich unterschiedlicher Anbauteildicken und Siebhülsenlängen flexibel.

Injektionsdübel tragen in KS-Lochsteinen die Lasten überwiegend durch Verbund und mechanische Verzahnung des Mörtels mit dem Mauerwerk in den Untergrund ab. Werden beim Bohren keine Hohlräume angeschnitten, werden die Lasten – wie in KS-Vollsteinen – nur durch die Klebewirkung (Verbund) zwischen Mörtel und Bohrlochwand in den Mauerwerksverband abgetragen (Bild 5).

Bilder

Bild 4: Montage eines Injektionsdübels als Vorsteckmontage
Bild 5: Injektionsdübel in KS-Vollstein und KS-Lochstein