Der Einfluss des Achsabstandes auf die Tragfähigkeit hängt von der Versagensart ab. Für reines Herausziehen oder Verbundversagen ist die Abminderung für nebeneinander angeordnete Verankerungen durch Versuche zu ermitteln. Bei Kunststoffdübeln ist die Abminderung relativ gering, bei Verbunddübeln kann diese hingegen größer ausfallen, wenn es zu einem sogenannten kombinierten Versagen aus Herausziehen mit Steinausbruch kommt.
Der Einfluss des Achsabstandes wird immer im Rahmen der Qualifizierungsversuche ermittelt und in der ETA oder aBG ein entsprechender Gruppenfaktor $\\alpha_{gN}$ angegeben. Dabei wird zwischen Gruppenfaktoren $\\alpha_{gN,\perp}$ und $\\alpha_{gN,\parallel}$ unterschieden. Die Richtung senkrecht ($\perp$) oder parallel ($\parallel$) bezieht sich dabei auf die Anordnung der Gruppen bezogen auf die Lagerfuge (Bild 8).
Die charakteristische Tragfähigkeit einer Gruppe ergibt sich damit zu:
$N^g_{Rk,c} = N^0_{Rk,c} \cdot \alpha_{gN,\perp} \cdot \alpha_{gN,\parallel}$ (5.6)
$N^0_{Rk}$ Charakteristische Tragfähigkeit eines Einzeldübels $s_{\perp} > s_{cr,\perp}$ und $s_{\parallel} > s_{cr,\parallel}$
Der Gruppenfaktor kann für KS-Vollsteine überschlägig wie folgt abgeschätzt werden:
$\alpha_{gN,\perp} = \left(\frac{s_{\perp}}{s_{cr}}\right)$ (5.7)
$\alpha_{gN,\parallel} = \left(\frac{s_{\parallel}}{s_{cr}}\right)$ (5.8)
Der Wert $s_{cr}$ kann für Vollsteine zu ca. $3{,}0 \cdot h_{ef}$ ($= 2 \cdot c_{cr}$) angenommen werden. Für Lochsteine kann dieser derzeit nur experimentell ermittelt werden. Daher ist der entsprechende Wert immer einer ETA zu entnehmen.
Wenn sich die Gruppe im Bereich eines Randes befindet, kann der Einfluss des Randes wie bei einem Einzeldübel berücksichtigt werden. Der anzunehmende Randabstand ist der minimale Abstand zum randnahen Dübeln der Gruppe. D. h. die Abminderung durch den Rand ($c_1/c_{cr}$) wird auf die Gruppentragfähigkeit $N^g_{Rk}$ bezogen.