2.1. Kunststoffdübel

Kunststoffdübel bestehen aus einer Dübelhülse und einer speziellen Schraube als Spreizelement. Die Dübelhülsen zugelassener Kunststoffdübel bestehen meist aus Polyamid (PA). Die vom Hersteller mitgelieferte Schraube bildet zusammen mit der Dübelhülse eine Befestigungseinheit und darf in keinem Fall untereinander ausgetauscht oder verändert werden. Ein Grund ist, dass die Länge und Geometrie von Schraube und Kunststoffhülse exakt aufeinander abgestimmt sind, um ein optimales Spreizverhalten bei der Montage zu gewährleisten. So kann beispielsweise ein Mitdrehen des Dübels bei der Montage vermieden werden. Weiterhin besitzt die Dübelhülse einen „Kragen“, der die Soll-Einbaulage gewährleistet und verhindert, dass der Dübel bei der Montage in das Bohrloch hineinrutscht und somit die Lage des Spreizbereichs verändert. Für Dübelhülsen von nicht bauaufsichtlich zugelassenen Kunststoffdübeln können neben Polyamid auch andere Kunststoffe wie z.B. Polypropylen (PP) oder Polyethylen (PE) verwendet werden. Als Spreizelement können, je nach Empfehlung des Herstellers, Holzschrauben oder Spanplattenschrauben eingesetzt werden.

Bild 3 zeigt beispielhaft die Montage eines Kunststoffdübels. Dieser wird in der Regel in Durchsteckmontage gesetzt, d.h. der Dübel wird durch das zu befestigende Anbauteil hindurch montiert und die Schraube von Hand oder mit Hilfe eines Elektroschraubers eingeschraubt bis der Schraubenkopf auf dem Anbauteil bzw. dem „Kragen“ aufliegt.

Beim Eindrehen der Schraube in die Hülse wird der Kunststoff der Dübelhülse verdrängt und gegen die Bohrlochwand gepresst. Der Dübel ist richtig verankert, wenn sich die Dübelhülse nach dem vollständigen Eindrehen der Schraube weder dreht noch ein leichtes Weiterdrehen der Schraube möglich ist. Ein Überdrehen der Schraube ist bei hochwertigen Produkten in der Regel nicht möglich.

In Vollsteinen werden die auf den Dübel wirkenden Zuglasten ausschließlich durch Reibung zwischen Dübelhülse und Bohrlochwand übertragen. In Lochsteinen können Reibungskräfte nur im Bereich der angeschnittenen Stege übertragen werden. Bei Lochsteinen wird jedoch zusätzlich ein Teil der aufgebrachten Zuglast durch die mechanische Verzahnung im Bereich der Steinlochung übertragen.

Bilder

Bild 3: Montage eines Kunststoffdübels