Die Anzahl der zu untersuchenden Dübel sowie die Stelle, an der die Verankerungen geprüft werden muss, sind durch den Versuchsleiter oder Gutachter festzulegen und müssen an das Bauwerk angepasst werden. Grundsätzlich sollen die ausgewählten Prüfstellen repräsentativ sein, so dass zuverlässige Angaben über die charakteristische Tragfähigkeit des Dübels für das gesamte Bauwerk vorliegen. Die Versuche sollten auch die ungünstigsten Bedingungen bei der anschließenden praktischen Ausführung berücksichtigen.
Wenn Steine, die auch im Bauwerk verbaut sind, für Laborversuche zur Verfügung stehen, können die Versuche auch unter Laborbedingungen durchgeführt werden. Um ungünstige Bedingungen abzudecken sind hier jedoch gesonderte Überlegungen notwendig, allerdings sind der Versuchsablauf und der Versuchsaufwand deutlich geringer als in Situ.
Folgende Bedingungen sollten bei Versuchen am Bauwerk eingehalten werden:
- Die Last sollte bei allen Versuchen rechtwinklig zur Oberfläche des Mauerwerks aufgebracht werden.
- Eine Einspannung am Dübel ist zu vermeiden.
- Der lichte Abstand der Abstützung der Versuchseinrichtung auf dem Mauerwerk sollte mindestens $150\,\mathrm{mm}$ betragen (für $h_{ef} < 75\,\mathrm{mm}$).
- Bei großen Verankerungstiefen muss im Einzelfall die Abstützweite vergrößert werden.
Bei den Auszugsversuchen ist die Belastung langsam und stetig zu steigern, bis die Bruchlast erreicht wird (ca. 1 Minute). Bei der Probebelastung und dem Abnahmeversuch ohne Versagen, muss die Last stufenweise erhöht werden, bis die notwendige Probelast erreicht wird.