5.1.3. Steinausbruch

Zu einem Steinausbruch kommt es, wenn der Untergrund durch Rissbildung versagt. Dabei kommt es zu einem kegelförmigen, pyramidenförmigen Ausbruchkörper, der durch Ränder oder Aussparrungen begrenzt werden kann. Für Lochsteine ist eine allgemeingültige Berechnung der Steinausbruchlast nicht möglich, da der Spannungszustand im Untergrund von unzähligen Faktoren abhängt. Daher wird der Wert für Steinausbruch in Lochsteinen immer in der ETA oder der aBG angegeben.

Für Vollsteine nach DIN EN 771-2 [3] kann die Steinausbruchlast überschlägig berechnet werden. Es ist allerdings zu beachten, dass die Berechnungsmethode derzeit noch nicht vollständig abgesichert und daher nicht in den Zulassungen enthalten ist. Nach den derzeitigen Regelungen ist der in den Versuchen geprüfte Wert für die Versagensart Herausziehen des Dübels auch für das Versagen infolge Steinausbruch zu verwenden.

Nach [10], [11] kann die charakteristische Steinausbruchlast von Injektionsdübeln in Abhängigkeit der Steinsorte mit Gleichung 5.3 für Vollsteine ermittelt werden.

$N_{Rk,b} = k \cdot f_{M,\mathrm{Netto}} \cdot h_{ef}^{1{,}5}$ (5.3)

mit:
$k$ Faktor für Steinversagen = $1{,}25$
$f_{M,\mathrm{Netto}}$ Nettodruckfestigkeit des Stein, die in der ETA angegeben ist.
$h_{ef}$ Verankerungstiefe

Bei Schraubankern errechnet sich die wirksame Verankerungstiefe $h_{ef}$ analog für Beton, indem der Gewindeanlauf und die Schraubenspitze abgezogen werden.