Bei Plattenschubbeanspruchung ist im Allgemeinen nicht mit einem Versagen der Steine infolge Überschreitung der Steinzugoder Steindruckfestigkeit zu rechnen, weshalb diese Versagensarten für den Nachweis unter Plattenschubbeanspruchung unberücksichtigt bleiben können. Zur Ermittlung der Schubfestigkeit findet daher lediglich das Kriterium Reibungsversagen Berücksichtigung. Des Weiteren treten bei Plattenschub ungleichmäßige Normalspannungen in der Lagerfuge nicht auf, so dass mit dem tatsächlichen Reibungsbeiwert zwischen Stein und Mörtel von μ = 0,6 gerechnet werden kann. Basierend auf dieser Grundlage ermittelt sich der Maximalwert der charakteristischen Schubfes tigkeit bei Plattenbeanspruchung gemäß DIN EN 1996-1-1/NA folgendermaßen:
- Vermörtelte Stoßfugen:
$f_{vlt1} = f_{vk0} + 0{,}6 \cdot \sigma_{Dd}$ (3.8) - Unvermörtelte Stoßfugen:
$f_{vlt1} = \frac{2}{3} \cdot f_{vk0} + 0{,}6 \cdot \sigma_{Dd}$ (3.9)
$\sigma_{Dd}$ Bemessungswert der zugehörigen Druckspannung an der Stelle der maximalen Schubspannung.
Für Rechteckquerschnitte gilt $\sigma_{Dd} = \frac{N_{Ed}}{A}$
$A = t_{c,lin} \cdot l$
überdrückte Querschnittsfläche
$t_{c,lin} = \frac{3}{2} \cdot \left(1 - 2 \cdot \frac{e_t}{t}\right) \cdot t \leqslant t$
überdrückte Wanddicke
Bei Plattenschub ist eine Betrachtung des Steinzugversagens ($f_{vlt2}$) nicht erforderlich.