3.2.1. Dehnungsfugen

Verblendschalen verformen sich unabhängig von der tragenden KS-Innenschale. Sie unterliegen neben den austrocknungsbedingten Verformungen zu Beginn der Gebäudestandzeit auch thermisch bedingten Längenänderungen. Während die austrocknungsbedingten Verformungen auch in der tragenden KS-Innenschale auftreten, spielen thermisch bedingte Längenänderungen für die Verformung des tragenden Mauerwerks keine bedeutende Rolle. Damit keine rissverursachenden Zwängungsspannungen zwischen beiden Schalen auftreten, müssen nach DIN EN 1996 [3] in Verblendschalen Dehnungsfugen in horizontaler und vertikaler Richtung vorgesehen werden. Dieser Sachverhalt trifft auch auf verputzte Vormauerschalen zu.

Empfehlenswert ist der Einbau von vertikalen Dehnungsfugen daher an folgenden Stellen:

  • bei zusammenhängenden Bauteillängen von mehr als 6-8 m
  • an Gebäudeecken und -kanten
  • an großen Fensterund Türöffnungen in der Verlängerung der Laibungen Die Dehnungsfugenausbildung kann in unterschiedlichen Varianten erfolgen:
  • offenbleiben
  • mit einem hinterfüllten Dichtstoff verschlossen werden nach DIN 18540 [18]
  • mit einem vorkomprimierten, imprägnierten Dichtband verschlossen werden nach DIN 18542 [19]
  • mit einem Abdeckprofil verschlossen werden

Bilder

Bild 10: Dehnungsfuge an einer Gebäudeecke mit Dichtstoff verschlossen
Bild 11: Dehnungsfuge mit Dichtstoff verschlossen
Bild 12: Dehnungsfuge an Gebäudeaußenecke
Bild 13: Dehnungsfuge mit vorkomprimiertem Dichtband verschlossen