10. Wärmeübertragung über das Erdreich

Die Bedeutung von Kellerräumen hat sich in jüngerer Zeit aufgrund steigender Grundstückspreise grundlegend verändert. Während der Keller früher hauptsächlich als Vorratslager und Abstellfläche genutzt wurde, wird er heute, insbesondere im Einfamilienhausbau, immer mehr in den eigentlichen Wohnbereich integriert. Eine grundlegende Voraussetzung für diese Entwicklung ist die Sicherstellung trockener Wandund Deckenflächen, die dauerhaft gegen von außen einwirkendes Wasser und Feuchtigkeit von innen geschützt werden müssen. Mit der Nutzung als Aufenthaltsraum steigen auch die Ansprüche des Bauherrn an den Wohnkomfort und das Raumklima im Untergeschoss des Gebäudes. In diesem Fall müssen Außenwände und Bodenplatte einen entsprechenden Wärmeschutz aufweisen.

Für einzelne beheizte oder nur gelegentlich genutzte Räume bietet sich aus wirtschaftlichen Gründen eine auf den einzelnen Raum beschränkte Innendämmung an. Diese Ausführungs variante ist auch als Nachrüstlösung bei Nutzungsänderungen prädestiniert, häufig als Ausbaureserve. Soll der größte Teil des Kellers beheizt werden, ist eine Kelleraußendämmung (Perimeterdämmung in Wand und Boden) sinnvoll. Der Vorteil der Perimeterdämmung liegt darin, dass Tauwasserausfall auf der Innenseite der Kellerwand und des Kellerbodens verhindert und die Bauwerksabdichtung mechanisch geschützt wird, Wärmebrücken vermieden bzw. vermindert werden, und die Dämmung in größeren Dicken dimensionierbar ist, da im Kellerraum kein Platz verlorengeht. Auch wenn zu Beginn keine hochwertige Kellernutzung geplant ist, ist es empfehlenswert, beim Bau des Gebäudes von vorneherein eine Perimeterdämmung einzubauen. Spätere Nutzungsänderungen sind dann problemlos möglich.

Der Wärmeverlust eines beheizten Kellers an das umliegende Erdreich stellt einen viel komplexeren Vorgang dar als der Wärmeverlust der übrigen Außenbauteile eines Gebäudes an die Außenluft. Die Wärmeverluste hängen ab von der Beschaffenheit des Erdreichs (bindiger bzw. nichtbindiger Boden), dem Wärmeschutz der Außenbauteile, der Grundwassertiefe, der Kellertemperatur und den Abmessungen des Kellers, die nach den Verfahren in DIN/TS 18599-2 und DIN EN ISO 13370 berechnet werden Der Wärmetransfer über das Erdreich kann numerisch zweioder dreidimensional nach DIN EN ISO 10211 berechnet werden.