Die Wärmeübergangswiderstände $R_{si}$ an der inneren und $R_{se}$ an der äußeren Bauteiloberfläche stellen wichtige Eingangsgrößen für die Berechnung des Wärmedurchgangskoeffizienten $U$ dar. Ihre Bemessungswerte werden in DIN EN ISO 6946 tabelliert und sind abhängig von der Wärmestromrichtung sowie der Bauteilausrichtung.
Für geneigte Bauteile und Dächer mit einer Neigung unter 60° zur Waagerechten werden die Werte für waagerechte, bei größeren Neigungen die Werte für senkrechte Bauteile angesetzt. Die Zuordnung der anzusetzenden Wärmeübergangswiderstände richtet sich nach der baulichen Situation für den Winterfall mit Wärmestrom von innen nach außen (Bild 5). Bei Innenbauteilen der thermischen Gebäudehülle wird beidseitig der Wärmeübergangswiderstand $R_{si}$ verwendet.
Für stark belüftete Luftschichten wie HinThermisch wirksame Schichten und Wärmeübergangswiderstände verschiedener terlüftungsebenen hinter vorgehängten Fassaden oder in zweischaligen Wänden entfallen die außerhalb dieser Schicht liegenden Bauteilschichten bei der $U$-WertBerechnung. Stattdessen wird für $R_{se}$ der Wert für ruhende Luft, also der raumseitige $R_{si}$-Wert (Tafel 7), angesetzt.
Bei direktem Kontakt zu Feststoffen wie z.B. zwischen der Bodenplattenunterseite und dem Erdreich beträgt der Wärme übergangswiderstand 0 (Null). Für wechselnde Wärmestromrichtungen oder unbekannte Einbaulagen wird die Verwendung der Werte für senkrechte Wände empfohlen. Für Kondensatrisikound Wärmebrückenberechnungen gelten die speziellen Vorgaben aus DIN 4108-2, DIN 4108-3 und DIN 4108 Beiblatt 2.
Zur Beurteilung der reinen Dämmwirkung einer Baustoffschichtenfolge unabhängig von der Wärmestromrichtung bietet sich der Wärmedurchlasswiderstand $R$ anstelle des $U$-Werts an.