2.1. Normenreihe DIN 4108

Die Normenreihe DIN 4108 besteht aus den Teilen:

Sie ist unter dem Namen DIN 4108 erstmalig 1952 erschienen, damals noch mit recht überschaubarem Umfang und ohne Unterteile. Sie wurde seitdem mehrfach überarbeitet, erweitert und der Übersichtlichkeit halber in mehrere Teile aufgeteilt. Ihre aktuellen Festlegungen gelten für Neubauten und für den Ersatz oder Einbau von Bauteilen in bestehende Gebäuden; für unveränderte Bauteile bestehender Gebäude ist die Fassung zum Zeitpunkt der Errichtung maßgeblich. Wesentliche Inhalte der einzelnen Normenteile sind (Bild 3):

  • DIN 4108-2 legt die Mindestanforderungen an den baulichen Wärmeschutz von Bauteilen und im Bereich von Wärmebrücken fest. Zusätzlich enthält sie Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz, ein vereinfachtes Nachweisverfahren sowie Bedingungen für eine thermische Gebäudesimulation als Nachweis. Die Norm ist bauaufsichtlich eingeführt, mit Ausnahme der Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz, welche mittelbar durch den Verweis aus dem GEG Bedeutung erlangen.
  • DIN 4108-3 behandelt den klimabedingten Feuchteschutz, das sogenannte Glaser-Verfahren (Blockklima-Verfahren) sowie zugehörige Anforderungen und Rechenverfahren. Ferner enthält sie eine umfangreiche Liste an Bauteilen, die in dieser Hinsicht keines weiteren Nachweises bedürfen (nachweisfreie Bauteile).
  • DIN 4108-4 tabelliert wärmeund feuchteschutztechnische Kennwerte, die für die Berechnungen zu verwenden sind. Sie legt die Umrechnung von Nennwerten der Wärmeleitfähigkeit nach europäischen Produktnormen, nationalen oder europäischen Produktzulassungen oder Bauartgenehmigungen in Bemessungswerte fest. International vereinheitlichte Materialkennwerte finden sich in DIN EN ISO 10456.
  • DIN 4108-7 gibt Anforderungen und Ausführungshinweise zur Luftdichtheit der Gebäudehülle.
  • DIN/TS 4108-8 erläutert Aspekte und Zusammenhänge zur Vermeidung von Schimmelwachstum in Wohngebäuden und stellt ein Berechnungsverfahren für den Nachweis aus reichender Fensterlüftung zum Feuchteschutz dar.
  • DIN 4108-10 definiert die Anwendungstypen von Dämmstoffen und listet die erforderlichen Eigenschaftswerte auf.
  • DIN 4108-11 stellt Anforderungen an bauliche Klebebänder und Klebemassen zur Herstellung luftdichter Ebenen.
  • DIN 4108 Beiblatt 2 [7] gibt Empfehlungen zur Wärmebrückenreduzierung bei Bauteilanschlüssen und legt Anforderungen für den verminderten Wärmebrückenzuschlag $\Delta U_{WB}$ fest.

Bilder

Bild 3: Gliederung der DIN 4108 licht, wird sie seitdem, neu überarbeitet, als Technische Spezifikation (TS) herausgegeben. Der Umfang dieser Normenreihe