6.2.2. Konsolen und Anker bei vorgehängten hinterlüfteten Fassaden (VHF)

Fassaden (VHF)
Bei vorgehängten hinterlüfteten Fassaden (VHF) wird die Dämmschicht regelmäßig von den Befestigungsteilen durchstoßen, wodurch nennenswerte Wärmebrückeneffekte entstehen können. Bereits wenige Anker pro m² können eine Erhöhung des $U$-Werts um 0,1 bis 0,2 W/(m²\cdotK) oder mehr zur Folge haben. Es wird empfohlen, thermisch getrennte Befestigungsteile einzusetzen oder zugelassene thermische Trennlagen zwischen Konsole und Wand anzubringen. Die Wärmebrücken sind in den $U$-Wert der Wandfläche mit VHF einzurechnen.

Die Richtlinie „Bestimmung der wärmetechnischen Einflüsse von Wärmebrücken bei vorgehängten hinterlüfteten Fassaden“ [9] stellt entsprechende Werte für typische Verankerungssys teme zur Verfügung und bietet Bemessungsdiagramme zur Berücksichtigung verschiedener Verankerungssysteme.

Der Einfluss der Befestigungsmittel wird bei einem Vergleich der Wärmebrückenwirkung verschiedener Befestigungsarten bei Kalksandstein-Konstruktionen deutlich (Tafel 17):

  • a) Zweischaliges Mauerwerk mit Kalksandstein-Verblendmauerwerk ohne Hinterlüftung
  • b) KS-Mauerwerk mit geklebtem Wärmedämm-Verbund system, oder mit geklebtem und gedübeltem WärmedämmVerbundsystem mit Dübeln der Dübelklasse 0 (Null)
  • c) KS-Mauerwerk mit geklebtem, oder mit geklebtem und gedübeltem Wärmedämm-Verbundsystem, mit handels üblichen Kunststoffdübeln mit einem Einstufungswert für x von 0,002 W/K (Dübelklasse 0,002) und durchschnittlich 4,5 Dübeln pro Quadratmeter.
  • d) vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) mit einer handelsüblichen Tragkonstruktion aus verzinktem Stahl im Rastermaß 0,75 m x 0,75 m, und 6 mm dicker thermischer Trennung zwischen Tragschale und Konsolen.
  • e) identisch zu d), aber mit Aluminium-Tragkonstruktion

Ein ausschließlich geklebtes Wärmedämm-Verbundsystem weist keine punktförmigen Wärmebrücken auf. Ein geklebtes und gedübeltes Wärmedämm-Verbundsystem mit Dübeln der Dübelklasse $0$ (Null) gilt ebenfalls als wärmebrückenfrei. Bei Systemen mit Befestigungsmitteln können bereits kleine $\chi$-Werte $\geqslant 0{,}0005\,\mathrm{W}/\mathrm{K}$ auch bei niedrigen Anker- bzw. Dübeldichten zu einem erkennbaren Anstieg des Wärmetransports führen. Insbesondere bei VHF muss der Einfluss der Befestigungsmittel im $U$-Wert berücksichtigt werden, um den zutreffenden Wärmebedarf des Gebäudes zu erhalten.

Bilder/Tafeln

Tafel 17: Vergleich von Konstruktionen mit punktförmigen Wärmebrücken: Einfluss auf den U-Wert U-Wert1) U-Wert1)