Die Norm DIN EN ISO 6946 adressiert die Berücksichtigung von Wärmebrücken und anderen Einflüssen auf den Wärmedurchgangskoeffizienten $U$ bei der Berechnung. Luftspalten zwischen Dämmplatten, beispielsweise bei mangelhafter Verlegung eines Wärmedämm-Verbundsystems (WDVS), sowie Befestigungsmittel wie Schrauben und Dübel, die die Dämmebene durchdringen, erhöhen den Wärmeverlust und müssen im $U$-Wert berücksichtigt werden, um eine Unterschätzung zu vermeiden. Gleiches gilt bei Umkehrdächern für den Anteil des Niederschlags, der zwischen Dämmplatte und Abdichtung abläuft und dort Wärme abtransportiert.
Die Norm liefert folgende Formel zur Korrektur des $U$-Werts um diese Einflüsse:
$U_c = U + \Delta U_g + \Delta U_f + \Delta U_r\ [\mathrm{W/(m^2K)}]$ (3.7)
wenn $\Delta U_g + \Delta U_f + \Delta U_r $\geq$ 0{,}03 \cdot U$
mit
$U_c$ korrigierter $U$-Wert unter Berücksichtigung von Luftspalten, Befestigern und Regenwasserunterlauf bei Umkehrdächern
$U$ $U$-Wert vor den Korrekturen („ungestörter“ $U$-Wert)
$\Delta U_g$, $\Delta U_f$, $\Delta U_r$: $U$-Wert-Erhöhung durch Luftspalten in der Dämmebene (Index „g“ für gaps), Befestigungselemente (Index „f“ für fastener), Unterlaufen einer Umkehrdämmung durch Regenwasser (Index „r“ für rain)
Für die Anwendung der drei Korrekturen in Deutschland sind die nachfolgenden Aspekte zu beachten.