5. Wärmeschutz und Schimmelvermeidung bei Wärmebrücken

Wärmebrücken sind Stellen in der thermischen Gebäudehülle, an denen ein örtlich erhöhter Wärmedurchgang durch die Konstruktion auftritt. Daraus resultieren lokale Unterschiede in den Temperaturen der Innenund Außenoberflächen. Im Winter führen Wärmebrücken zu erhöhten Wärmeverlusten und können aufgrund deutlich erniedrigter Innenoberflächentemperaturen zu einer oberflächennahen Luftfeuchte von über 80 % sowie Tauwasserund Schimmelbildung beitragen. Aus energetischen, bauqualitätsbezogenen und hygienischen Gesichtspunkten sind Wärmebrücken daher zu vermeiden oder in ihrem Einfluss möglichst zu begrenzen.

Mit steigendem Dämmniveau gewinnen Wärmebrücken bei der energetischen Bewertung von Gebäuden zunehmend an Bedeutung: Bei verbesserter Wärmedämmung sinken die Wärmeverluste der Bauteilflächen in der Regel schneller als die Wärmeverluste im Bereich der Wärmebrücken. Dadurch steigt der prozentuale Anteil der Wärmebrücken am Gesamtwärmeverlust, obwohl beide Anteile unterschiedlich schnell abnehmen.

Wärmebrücken lassen sich unterscheiden in:

  • Stofflich bedingte Wärmebrücken: Ergeben sich aus einem Wechsel der Baustoffe nebeneinanderliegender Bereiche, z.B. Betonstützen in einer monolithischen Mauerwerkswand oder Fenster in der Mauerwerkslaibungen (linienförmig, 2Dberechenbar) oder bei Durchdringungen der Dämmschicht durch Verankerungen (punktförmig, 3D-berechenbar.
  • Geometrisch bedingte Wärmebrücken: Linienförmige Wärmebrücken an Stellen, wo angrenzende Bauteile unterschiedliche Orientierungen aufweisen, z.B. an Gebäudekanten, Traufen, Ortgängen oder Wandanschlüssen an Bodenplatten.

Häufig sind Wärmebrücken sowohl stofflich als auch geometrisch bedingt. Wärmebrücken lassen sich nicht vollständig vermeiden, jedoch kann ihre Auswirkung durch geschickte Planung deutlich vermindert werden. Generell wird empfohlen, die dämmende Schicht möglichst vollständig und lückenlos um das beheizte Gebäudevolumen zu legen und die dämmenden Schichten benachbarter Bauteile lückenlos und ohne Dickenänderungen aneinander anzuschließen.

Das Konstruktionsprinzip der durchgehenden Dämmebene lässt sich bei Neubauten mit Kalksandstein und vorausschauender Planung gut umsetzen.