3.6. U-Wert von Bauteilen aus homogenen und inhomogenen Schichten

Bei Bauteilen, die aus homogenen und inhomogenen Schichten bestehen oder unterschiedliche nebeneinanderliegende Bereiche aufweisen (z.B. Sparren und Gefache bei Dachstühlen, Betonstützen in Mauerwerkswänden), muss zur Berechnung des Wärmedurchgangskoeffizienten $U$ das sogenannte „vereinfachte Verfahren“ nach DIN EN ISO 6946 angewendet werden. Die früher übliche flächenanteilige Mittelung der $U$-Werte nebeneinanderliegender Bereiche ist nicht mehr zulässig und stellt einen Planungsfehler dar, da sie zu ungenauen und zu günstigen $U$-Werten führt.

Die Berechnung des $U$-Werts eines zusammengesetzten Bauteils oder eines Bauteils aus homogenen und inhomogenen Schichten nach DIN EN ISO 6946 erfolgt zweckmäßigerweise mit einer Tabellenkalkulation oder einem Berechnungs programm. Obwohl das vereinfachte Verfahren der Norm auf den ersten Blick komplex erscheint, ist es erheblich vereinfacht im Vergleich zu einer genauen zweioder dreidimensionalen Wärmebrückenberechnung, die ansonsten zur Bestimmung des $U$-Werts erforderlich wäre. Das vereinfachte Verfahren ist jedoch nicht anwendbar, wenn die Dämmschichten eine Wärmebrücke aus Metall enthalten oder nebeneinanderliegende Bereiche sehr unterschiedliche Wärmeleitfähigkeiten aufweisen (z.B. Betonstützen zwischen Wärmedämmung).

Für eine noch präzisere Ermittlung des Wärmedurchgangskoeffizienten können numerische Verfahren nach DIN EN ISO 10211 eingesetzt werden. Solche computergestützten Berechnungen sind auch zur Bestimmung der Oberflächentemperaturen an Wärmebrücken und somit zur Bewertung des Kondensatund Schimmelrisikos erforderlich.