5.5. Rollladenkästen

Einbauund Aufsatz-Rollladenkästen weisen einen örtlich erhöhten Wärmeverlust gegenüber einer Bauweise ohne Rollladenkas ten auf. Dies gilt auch für Vorsatzkästen, wenn ein breiteres oberes Fensterprofil oder eine Rahmenverbreiterung eingesetzt wird, sowie für Mini-Aufsatzkästen. Im wärmeschutztechnischen Nachweis werden Rollladenkästen in der Regel übermessen und ihre Fläche, je nach Kastenart, der Wandfläche (Einbaukasten, Sturzkasten, Aufsatzkasten) oder der Fensterfläche (MiniAufsatzkasten, Vorsatzkasten, teilweise auch Aufsatzkasten) zugeschlagen. Eine Rahmenverbreiterung bei Vorsatzkästen sowie der Einfluss von Mini-Aufsatzkästen und Aufsatzkästen, die der Fensterfläche zugeschlagen werden, ist in einem modifizierten $U$-Wert für die Wandöffnung des Fensterelements zu berücksichtigen.

Für den wärmeschutztechnischen Nachweis ist es erforderlich, dass an jeder Stelle des Kastens, beim Anschluss an den Blendrahmen sowie beim Sturzanschluss, der Oberflächentemperaturfaktor $f_{Rsi}$ $\geq$ 0,70 eingehalten wird. Zusätzlich ist in der Referenz-Einbausituation gemäß DIN 4108-2 Beiblatt 2 der Referenz-c -Wert für die Kategorie A oder B einzuhalten, wenn im GEG-Nachweis ein pauschaler $\Delta U_{WB}$ angesetzt wird.

Wärmetechnisch günstige Rollladenkästen sind durch eine möglichst dicke und effektive Wärmedämmung zwischen Rollraum und Decke/Sturz, am Innenschenkel und über dem Blendrahmen des Fensters gekennzeichnet. Die Dämmung sollte den Blendrahmen möglichst weit überdecken. Die Einbausituation von Rollladenkästen im Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) ist in der Regel günstiger zu bewerten als die Einbausituation im monolithischen Mauerwerk. Hier ist aufgrund der Dämmdicke des WDVS eine außenseitige Überdämmung des Kastens gewährleistet, und der Rollraum kann soweit nach außen rutschen, dass die Dämmung der Innenschürze recht dick ausfallen kann. Die Wärmebrückenwirkung der einbindenden Decke wird durch das WDVS stark vermindert. Es ist wichtig, auf eine ausreichende Dämmdicke des Kastens nach oben zur Betondecke zu achten, um die Wärmeverluste an dieser Stelle zu minimieren.

Bei Rollladenkästen in zweischaligem Mauerwerk wird die Dämmschicht in der Regel nicht über die Außenseite des Kastens geführt. Hier ist die Dämmdicke am Innenschenkel aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse geringer. In diesem Fall kann die Verwendung eines Vorsatzkastens, der als Linksroller eingebaut wird, wärmetechnisch günstiger sein. Der Vorsatz kasten tritt als gestalterisches Element in der Fassade auf.