Die Wärmeleitfähigkeit l eines Materials ist ein Stoffkennwert, der angibt, wie viel Wärme pro Zeiteinheit durch eine 1 m dicke Schicht des Stoffs mit einer Fläche von 1 m² strömt, wenn die Oberflächentemperaturen beider Seiten einen Unterschied von 1 Kelvin aufweisen (Bild 6). Streng genommen ist die Wärmeleitfähigkeit nicht nur von der Art, Dichte und Struktur des Materials abhängig, sondern variiert auch mit der Temperatur und dem im Material enthaltenen Sorptionsfeuchtegehalt. Im Bauwesen wird die Wärmeleitfähigkeit jedoch unter definierten Bedingungen als Stoffkonstante betrachtet. Je geringer die Wärmeleitfähigkeit, desto ausgeprägter sind die Dämmeigenschaften des Materials.
Für die Berechnung von Wärmedurchgangskoeffizienten $U$ sind zwingend sogenannte Bemessungswerte der Wärmeleitfähigkeit zu verwenden, nicht Messwerte oder Nennwerte. Die Bemessungswerte repräsentieren den langfristigen Gebrauchszustand des Baustoffs im Gebäude unter Berücksichtigung baupraktisch zu erwartender Feuchtegehalte. Sie werden offiziell festgelegt und sind aus Normen, bauaufsichtlichen Zulassungen, Prüfzeugnissen und Klassifizierungen sowie Bauartgenehmigungen ersichtlich. Die Verwendung anderer Wärmeleitfähigkeitswerte wie Messoder Nennwerte für die $U$-Wert-Berechnung stellt einen Planungsfehler dar. Die korrekte Verwendung der Bemessungswerte der Wärmeleitfähigkeit ist essentiell für eine realistische Bewertung der Wärmedämmeigenschaften von Bauteilen und die Einhaltung bauphysikalischer Anforderungen. Sie stellen sicher, dass die tatsächlichen Bedingungen im Gebäude angemessen berücksichtigt werden.
Eine Auswahl von Bemessungswerten der Wärmeleitfähigkeit verschiedener Stoffe sowie Richtwerte der WasserdampfDiffusionswiderstandszahl sind in Tafel 8 aufgeführt.