Die bauphysikalischen Berechnungsverfahren für die Bauteile der Gebäudehülle sind in einer Reihe internationaler ISO-Normen verankert, die vom DIN als DIN EN ISO übernommen wurden. Diese Normen bilden die Grundlage für eine konsistente und detaillierte Bewertung der thermischen Eigenschaften der Gebäudehülle und ermöglichen eine Betrachtung aller relevanten Einflussfaktoren.
- DIN EN ISO 6946 regelt die Berechnung des stationären Wärmedurchgangswiderstands $R$ und des Wärmedurchgangskoeffizienten $U$ für opake Bauteile.
- DIN EN ISO 10211 behandelt die numerische Berechnung des Wärmedurchgangskoeffizienten c von Wärmebrücken.
- DIN EN ISO 10077-1 und -2 legen die Relevante Aspekte zur Beurteilung der wärmeübertragenden Gebäudehülle Berechnungsverfahren für die $U$-Werte von transparenten und teiltransparenten Bauteilen wie Fenstern, Türen und Abschlüssen fest.
- DIN EN ISO 12631 behandelt den $U$-Wert von Vorhangfassaden.
- DIN EN ISO 13786 ist für die Berechnung dynamischer Wärmetranfers unter Kopplung von Wärmetransfer und Wärmespeicherung maßgeblich, beispielsweise beim Wärmetransport durch erdberührte Bauteile unter Berücksichtigung des Wärmespeichervermögens des Erdreichs, oder für die effektive Wärmespeicherfähigkeit des Gebäudes im sommerlichen Wärmeschutz.
- DIN EN ISO 13789 definiert die Berechnungsgrundlagen für den Transmissionsund Lüftungswärmetransferkoeffizienten H.
- DIN EN ISO 13370 beschreibt die detaillierte Berechnung der Wärmeübertragung über das Erdreich. Alternativ hierzu kann ein vereinfachter nationaler Ansatz mit Temperaturkorrekturfaktoren $F_x$ nach DIN/TS 18599-2 und DIN 4108 Beiblatt 2 angewendet werden, wobei sich der $U$-Wert des erdberührten Bauteils dann nicht nach DIN EN ISO 13370, sondern als konstruktiver $U$-Wert aus der Schichtfolge des Bauteils und den üblichen Wärmeübergangswiderständen gemäß DIN EN ISO 6946 ergibt.