6.1.1.1. Schalltechnisches Gesamtkonzept

Schallschutz ist eine Gebäudeeigenschaft. Die Bauteileigenschaften der Trennwand liefern für das resultierende Ergebnis einen wesentlichen, aber nicht den einzigen Beitrag. Beispielhaft zeigt Tafel 16, wie die Direktschalldämmung $R_w$ verschiedener Wohnungstrennwände durch den Einfluss der flankierenden Übertragung gemindert wird und sich im Endergebnis eine niedrigere resultierende Schalldämmung $R'_w$ im Gebäude ergibt. Das erreichte Ergebnis hängt maßgeblich von der Gestaltung der Flankenbauteile ab.

Der Einfluss der Flankenübertragung kann mit Hilfe der erläuterten Rechenverfahren detailliert beschrieben werden. Die Einbindung der Trennwand in das bauakustische Gesamtkonzept lässt sich leicht erkennen, wenn unterschiedliche Varianten für Trennwand und Flankenbauteile durchgespielt werden. Hier ist die Dimensionierung mit dem KS-Schallschutzrechner hilfreich. Ein Beispiel dafür zeigt Tafel 16.

Weitere Beispiele für realisierbaren Schallschutz mit KS-Wänden zeigt Bild 20. In Abhängigkeit von der Wanddicke und der Rohdichteklasse wird für verschiedene Kalksandstein-Konstruktionen der Einsatzbereich anhand des berechneten Schallschutzes aufgezeigt. Für die Beispielrechnung (Bild 20) wurden folgende Bedingungen gewählt:

  • Trennwand variabel
  • zwei nebeneinander liegende, nicht versetzte Räume
  • Innenwand KS 11,5 cm RDK 2,0
  • Außenwand KS 17,5 cm RDK 2,0
  • Boden und Decke Normalbeton 24 cm
  • Flankenanschlüsse alle starr

Bei der angenommen Raumtiefe (senkrecht zur Trennwand) von 3 m ergeben sich in diesem Fall für $R'_w$ und $D_{nT,w}$ dieselben Zahlenwerte.

Bilder/Tafeln

Tafel 16: Dimensionierung mit dem KS-Schallschutzrechner, Variationsrechnung horizontale Übertragung
Bild 20: Beispiele für Schalldämm-Maße in Abhängigkeit von Wanddicke und Wandrohdichte